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Kupfer zieht den Türkis ins Blaue, Eisen schiebt ihn ins Grüne. Deshalb können zwei Perlen aus derselben Lagerstätte fast wie verschiedene Steine wirken, die eine klar himmelblau, die andere schon deutlich grünstichig. An einem Perlenarmband sehen Sie diese Spanne auf einen Blick, und genau das ist normales Steinverhalten und kein Verarbeitungsfehler.
Dazu kommt die Zeichnung. Viele Perlen sind von der Matrix durchzogen, den dunklen Adern des Muttergesteins, mal als feines Netz, mal als breite braune Flächen. Andere bleiben ruhig und einfarbig. Geaderte Perlen wirken lebendiger und vertragen sich gut mit Leder und Leinen; einfarbige Perlen wirken aufgeräumter und sind im Büro die unauffälligere Wahl.
An dieser Stelle entstehen die meisten Missverständnisse. Roher Türkis ist ein wasserhaltiges Kupfer-Aluminium-Phosphat, weich und porös und liegt mit 5 bis 6 auf der Mohs-Skala. Er lässt sich leichter verkratzen als Quarz und nimmt auf, was ihm begegnet. Fast jede Behandlung im Handel gleicht genau diese beiden Schwächen aus.
Naturbelassener Türkis wird nur geschliffen und poliert, weshalb Farbe und Aderung von Perle zu Perle springen. Stabilisierter Türkis ist echter Stein, der mit Harz getränkt wurde; das härtet ihn und fixiert den Farbton, er hält den Alltag deutlich besser aus und macht weltweit einen großen Teil des Angebots aus. Rekonstituierter Türkis entsteht aus echtem Türkispulver und Bruchstücken, die gebunden und neu zu Perlen geformt werden, daher die sehr gleichmäßige Farbe und die grafische Zeichnung. Gefärbter Howlith und gefärbter Magnesit gehören dagegen in eine andere Kategorie: das sind eigene Minerale, die blau eingefärbt wurden und keinen Türkis enthalten.
Zwei Dinge lassen sich mit dem Armband in der Hand prüfen. Stein bleibt beim Anfassen einige Sekunden kühl, eine Kunstharzperle wird fast sofort warm. Und wenn sich die Aderung logisch von einer Perle zur nächsten fortsetzt, haben Sie ein neu geformtes Material aus einem Block vor sich. Beides ersetzt die Angabe auf der Produktseite nicht, hilft aber beim Verständnis.
Blaugrün ist eine kühle Farbe, die wenig Konkurrenz verträgt. Zu Naturtönen, Weiß und Denim setzt der Stein allein den Farbpunkt am Handgelenk. Neben Camel, Terrakotta oder Khaki wird er wärmer und wirkt sommerlicher. Goldfarbene Elemente nehmen ihm etwas von der Kühle, silberfarbene verstärken sie und machen das Ergebnis grafischer.
Türkis ist außerdem einer der wenigen Steine, die im Herrenschmuck ebenso selbstverständlich sitzen wie im Damenschmuck; am Männerhandgelenk wirken größere Perlen und eine ruhige, wenig geaderte Farbe meist stimmiger. Wer stapeln möchte, kombiniert ihn gut mit gebänderten Achatperlen, die ihm die Aufmerksamkeit nicht streitig machen.
Poröser Stein nimmt auf, was auf ihn kommt, und diese Veränderung ist einseitig: Ist das Blau erst ins Graugrüne gekippt, kommt es nicht zurück. Parfüm, Handcreme und Chlor trüben die Farbe schneller als alles andere. Die einfachste Gewohnheit ist deshalb, das Armband zuletzt anzulegen, wenn alles andere aufgetragen und eingezogen ist.
| Längerer Wasserkontakt | Die Farbe verschiebt sich langsam ins Grüne, die Oberfläche verliert Glanz. Chlor beschleunigt das. |
|---|---|
| Parfüm und Kosmetik | Matte, fleckige Stellen an den Perlen, oft zuerst an der Innenseite des Handgelenks. |
| Dauerhaftes Sonnenlicht | Das Blau bleicht aus und wirkt kreidig. Nicht auf der Fensterbank aufbewahren. |
| Zug am Stretchband | Das Band leiert aus, die Perlen sitzen locker. Über die geöffnete Hand rollen statt zu ziehen. |
Zum Reinigen genügt ein trockenes weiches Tuch; auf Wasserbad und Ultraschallreiniger verzichten Sie besser ganz. Dieselbe Behandlung gilt für die übrigen Steinarmbänder des Sortiments, deren Fassungen gleich aufgebaut sind.
Ein Punkt wird oft übersehen: die Aufbewahrung. Mit Härte 5 bis 6 gehört Türkis zu den weicheren Schmucksteinen, und Quarz, Stahl und Zirkonia zerkratzen ihn im Schmuckkästchen. Ein eigenes Fach oder ein Stoffbeutel genügt, damit die Politur erhalten bleibt. Wer das Armband täglich trägt, legt es abends am selben Ort ab, statt es zu den Ringen zu werfen.
Wenige Steine sind so weit gereist. Im alten Ägypten gehörte Türkis zum Grabschmuck, persische Werkstätten machten daraus das Blau der Kuppeln und der Hofjuwelen, die Silberschmiede im Südwesten der USA fassen ihn seit Generationen, und in tibetischen Malas taucht er ebenfalls auf.
Auch der Name erzählt diese Reise. Das deutsche Wort geht über das französische pierre turquoise zurück, den türkischen Stein, weil der persische Türkis Europa im Mittelalter über türkische Handelswege erreichte. Mit der Türkei selbst hat der Stein geologisch nichts zu tun; er trägt lediglich den Namen des Weges, auf dem er ankam. Ähnlich funktioniert die Farbbezeichnung: Türkis steht heute für einen ganzen Farbbereich, lange bevor jemand an den Stein denkt.
Diese lange Linie erklärt seinen Platz in der heutigen Steinkunde, wo Türkis dem Halschakra und dem freien Sprechen zugeordnet und als Stein der Reisenden getragen wird. Als Symbolik verstanden und nicht als Heilversprechen, ist er damit ein durchdachtes Geschenk vor einem Umzug oder einer längeren Reise.
An der Gleichmäßigkeit. Die Farbe stimmt über alle Perlen hinweg fast exakt überein, und die Adern wirken grafisch statt gewachsen. Naturbelassener Türkis zeigt auf jeder Perle ein anderes Muster. Verbindlich ist am Ende die Angabe auf der Produktseite.
Ja, und zwar traditionell. Im amerikanischen Südwesten ist Türkis mit Silber seit jeher Männerschmuck. Für ein maskulines Ergebnis wählen Sie größere Perlen, wenig Aderung und einen ruhigen Blauton statt eines lebhaften Grüns.
Messen Sie mit einem Maßband oder einem Papierstreifen den Handgelenkumfang an der breitesten Stelle und rechnen Sie etwa einen Zentimeter dazu. Größere Perlen brauchen etwas mehr Spielraum, weil sie den Innendurchmesser des Bandes zusätzlich verringern.