Kaschmir, Merino, Schurwolle und Alpaka im Vergleich: Wärme, Weichheit, Haltbarkeit, Preis und Pflege.
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Kaschmir, Merino, Schurwolle und Alpaka versprechen alle Wärme, verhalten sich in der Kälte aber völlig unterschiedlich. Die eine isoliert besser, die andere kratzt weniger, die dritte hält jahrelang. Dieser Vergleich stellt die vier Fasern gegenüber: Wärme, Weichheit, Haltbarkeit, Preis und Pflege, damit Sie die passende Faser für Ihren Alltag finden.
Die vier häufigsten warmen Fasern stammen alle von Tieren, aber aus verschiedenen Familien. Kaschmir ist das feine Unterhaar der Kaschmirziege, Merino und gewöhnliche Schurwolle kommen vom Schaf, Alpaka von einem südamerikanischen Kamelartigen. Diese Herkunft erklärt die meisten Unterschiede bei Griff und Wärme.
Schurwolle ist der robuste, günstige Maßstab: dick, elastisch und langlebig, aber manchmal kratzig. Merinowolle ist eine viel feinere Schafwolle und damit weicher. Kaschmir ist selten und leicht, weil eine Ziege pro Jahr nur wenig Unterhaar liefert. Alpaka ergänzt das Bild mit einer hohlen, sehr warmen und besonders weichen Faser.
Bei gleichem Gewicht isolieren Kaschmir und Alpaka stärker als gewöhnliche Schurwolle, weil ihre Fasern mehr Luft einschließen. Kaschmir isoliert bei gleichem Gewicht stärker als normale Wolle, weshalb ein dünner Kaschmirpullover so warm hält wie ein dickerer aus Schurwolle. Alpaka mit seinem hohlen Kern erreicht oder übertrifft Kaschmir bei der reinen Wärmeleistung.
Merino spielt in einer anderen Liga. Es wärmt gut für sein Gewicht, doch seine Stärke ist die Regulierung. Merinowolle reguliert die Körpertemperatur und leitet Feuchtigkeit von der Haut weg, ideal beim Wechsel zwischen eisiger Straße und überheizter Bahn. Für ein Stück, das man den ganzen Tag trägt, zählt dieses Gleichgewicht oft mehr als reine Wärme.
Ob eine Faser kratzt, hängt von ihrem Durchmesser in Mikron ab: je niedriger der Wert, desto weicher fühlt sie sich an. Kaschmir liegt bei etwa 14 bis 16 Mikron, Merinowolle zwischen 17 und 22, gewöhnliche Schurwolle oft über 25, wo das Kratzen beginnt. Alpaka liegt ebenfalls im weichen Bereich.
Alpaka hat für empfindliche Haut einen zusätzlichen Vorteil: Alpaka enthält kein Lanolin, das Wollfett des Schafs, das viele Wollallergien und Reizungen auslöst. Wer normale Wolle nicht verträgt, kommt mit Alpaka und feiner Merinowolle meist gut zurecht und bekommt Wärme ohne das Stechen.
Im harten Alltag dreht sich die Rangfolge teilweise um. Schurwolle und Merinowolle sind am robustesten und pillen am wenigsten, sie überstehen Pendeln, Taschen und Mantelkragen. Kaschmir ist empfindlicher: In den ersten Wochen kann es durch Reibung pillen, bevor es sich stabilisiert, und seine Abriebfestigkeit ist geringer.
Alpaka hält gut, dehnt sich aber, wenn man es nass aufhängt, und sollte daher liegend trocknen. Faustregel: je weicher und feiner die Faser, desto schonender muss man sie behandeln. Wer ein Stück für den groben Alltag sucht, fährt mit fest gestricktem Merino am sichersten.
Der Preis folgt fast genau der Seltenheit und dem Aufwand. Schurwolle ist am günstigsten, weil sie am häufigsten produziert wird. Merinowolle kostet etwas mehr wegen ihrer Feinheit und ausgewählter Herden, vor allem in Australien und Neuseeland. Alpaka liegt höher, begrenzt durch kleine Mengen aus den Anden.
Kaschmir bleibt am teuersten: Eine einzige Ziege liefert nur 150 bis 200 Gramm Unterhaar pro Jahr, und für ein Stück braucht man mehrere Tiere. Ein verdächtig billiges Kaschmir-Etikett verbirgt meist eine Mischung oder kurze Fasern, die schnell pillen, ein niedriger Preis ist also eine Warnung.
Viele Stücke bestehen nicht aus einer einzigen Faser, sondern aus Mischungen, die Eigenschaften kombinieren und den Preis senken. Eine Mischung aus Merino und Kaschmir vereint Haltbarkeit und Weichheit, während etwas Seide den Glanz erhöht und etwas Polyamid die Form stabilisiert. Das Etikett verrät, was Sie wirklich kaufen.
Der Hinweis "reines Kaschmir" garantiert nur die Faserart, nicht deren Qualität: Lange Fasern aus der ersten Schur sind weich und langlebig, kurze recycelte Fasern pillen schnell, obwohl beide als reines Kaschmir gelten dürfen. Achten Sie auf Herkunft, Grammgewicht und Griff statt nur auf den Namen. Bei Wolle steht "Schurwolle" für neue Fasern, schlicht "Wolle" kann recycelt sein.
Die Pflege sollte den Kauf genauso bestimmen wie der Preis. waschen Sie feine Fasern von Hand in lauwarmem Wasser mit milder Seife und trocknen Sie sie liegend auf einem Handtuch, nie auf einem Bügel, der sie ausleiert. Merino und Schurwolle vertragen einen schonenden Wollgang bei 30°C im Wäschenetz.
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Kaschmir wärmt bei gleichem Gewicht besser als Merino, weil sein feines Unterhaar mehr isolierende Luft einschließt. Ein dünner Kaschmirpullover hält daher so warm wie ein dickerer aus Merino. Alpaka erreicht ein ähnliches Niveau, während gewöhnliche Schurwolle bei reiner Wärme einen Schritt zurückliegt.
Kaschmir kratzt in der Regel weniger als Merino, da seine Fasern mit 14 bis 16 Mikron feiner sind als die 17 bis 22 Mikron von Merinowolle. Beide liegen unter der Schwelle von rund 25 Mikron, ab der die meisten Menschen ein Kratzen spüren, gute Merinowolle bleibt also angenehm.
Hochwertig bedeutet je nach Ziel etwas anderes: Kaschmir ist weicher und wärmer pro Gramm, Merinowolle ist haltbarer und reguliert Feuchtigkeit besser. Für puren Luxus und Weichheit ist Kaschmir hochwertiger, für strapazierfähigen Alltag liegt Merino vorn. Beide sind Spitzenfasern mit unterschiedlichen Stärken.
Merinowolle kann auf sehr empfindlicher Haut leicht kratzen, kostet mehr als gewöhnliche Schurwolle und die feinsten Qualitäten sind weniger abriebfest als dicke Wolle. Außerdem braucht sie schonende Wäsche, um nicht zu verfilzen. Für die meisten überwiegen jedoch Wärme, Weichheit und Feuchtigkeitsregulierung.
Kaschmir ist deutlich teurer als Merino. Ein Merinoschaf liefert mehrere Kilo Vlies pro Jahr, eine Kaschmirziege nur etwa 150 bis 200 Gramm Unterhaar. Dieser Unterschied im Angebot, nicht allein die Qualität, erklärt den viel höheren Preis von Kaschmir pro Kleidungsstück.
Mode Tendance, Redaktion Mode und Accessoires. Veröffentlicht am 22. Juni 2026. Quellen: ISO 137 zur Messung des Wollfaserdurchmessers, The Cashmere and Camel Hair Manufacturers Institute, IWTO (International Wool Textile Organisation).