Legen Sie die Brille vor sich hin und vergleichen Sie die beiden Bügel. Die Holzzeichnung läuft auf ihnen nicht gleich: Der eine bleibt über weite Strecken dunkel und ruhig, der andere zeigt hellere Streifen, die sich zur Spitze hin auffächern. Kein Bügel wiederholt den anderen, und genau das unterscheidet eine aufgedruckte Maserung von einer glatten Lackfläche. Wo sich diese Fassung zwischen den übrigen Formen einordnet, zeigen die übrigen Fassungen dieses Regals.
Bei einer einfarbigen Fassung fällt jede Abweichung sofort auf, weil es nichts gibt, womit sie sich erklären ließe. Eine Maserung arbeitet anders: Sie lebt davon, dass sie unregelmäßig ist. Wären beide Bügel exakt gleich gezeichnet, läse sich das Muster als Druck und nicht als Holz. Der Unterschied macht die Zeichnung glaubwürdig, sobald man die Brille in die Hand nimmt. Aus einem Meter Entfernung sieht ohnehin niemand beide Seiten gleichzeitig, und wer die Brille auf den Tisch legt, bekommt immer nur eine der beiden Zeichnungen zu sehen. Erst wenn man sie umdreht, fällt auf, dass die zweite Seite eine eigene Handschrift hat.
Braune Maserung neben blau-grauem Glas verlangt nicht viel, aber sie verträgt sich schlecht mit einem zweiten gemusterten Stück in Kopfnähe. Ein gemustertes Tuch am Hals oder eine Spange mit Dekor geraten schnell in Konkurrenz. Weiter unten am Körper ist das anders: Dort darf die gleiche Machart ruhig noch einmal auftauchen. Ein zweiter Naturton weiter unten beruhigt das Bild eher, als dass er es unruhig macht. Passendes finden Sie bei den Taschen mit sichtbarer Naturmaserung.
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