Eine Modebrille, deren Front nicht glatt ist: Das durchscheinende Rosa wurde in kleine, unregelmäßige Facetten geschnitten.
Die Oberkante läuft gerade durch, die äußeren Ecken steigen an und geben der Fassung ihre Schmetterlingsform.
Jeder Bügel besteht aus einem schmalen Metallstab in Goldton und einem rosa Endstück hinter dem Ohr. Die Gläser sind klar.
Die obere Kante gibt hier den Ton an. Sie läuft von einem Rand zum anderen durch, ohne Schwung und ohne Unterbrechung, und erst ganz außen geschieht etwas: Dort steigen die äußeren Ecken spitz an und erzeugen die Schmetterlingsform. Zwar wirkt die Front dadurch breit, doch der Umriss bleibt ruhig, weil zwischen den beiden Ecken nichts gewölbt ist. Halten Sie das Modell neben die ruhigeren Umrisse im Sortiment, und der Unterschied wird sofort sichtbar.
Wer die Fassung ins Licht hält, sieht die Linie nicht als Ganzes, sondern als Folge von Richtungswechseln. Die rosa Front bleibt durchscheinend, sodass jede dieser Stellen doppelt erscheint, einmal als Kante und einmal als Schatten dahinter. An einem Sonntagnachmittag im Museum, unter ruhigem Deckenlicht, fällt das besonders auf: Die Kante zeichnet sich scharf ab, während der Schatten dahinter weicher bleibt und der Facettenschliff das Rosa an den Übergängen dunkler erscheinen lässt. Zwei Linien also, die dasselbe beschreiben und doch nie ganz übereinanderliegen.
Manchmal steht das Haaraccessoire zuerst fest und die Brille kommt dazu. Sitzt bereits eine goldfarbene Spange oder ein goldfarbener Reif in der Frisur, greifen die Plättchen an den Ecken diesen Ton auf, ohne ihn zu wiederholen: Der Goldton bleibt an der Front auf zwei kleine Flächen begrenzt, und er kehrt erst an den Bügeln wieder, seitlich und vom Gesicht weg. Wer von dieser Seite aus sucht, sieht sich am besten an, was sonst noch im Haar sitzt, und wählt die Brille danach aus. Umgekehrt funktioniert es genauso: Eine durchsichtige Klammer stört das Rosa nicht, weil beide Materialien Licht durchlassen und keines das andere überdeckt.
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